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Pinterest erlaubt sich Verkauf von Nutzerfotos

Wir haben es doch nicht so gemeint: In seinen Nutzungsbedingungen erlaubt sich der Webdienst Pinterest den Weiterverkauf der Nutzerfotos. Dazu befragt teilt die Firma mit, man überarbeite das Dokument derzeit.

Bei Pinterest dreht sich alles um schöne Fotos: Der Webdienst aus den Vereinigten Staaten hat mit einer sehr leicht zu bedienenden Mischung aus Facebook und Blog-Plattform in den vergangen Wochen massenhaft neue Nutzer angezogen. Bei Pinterest kann jeder mit wenigen Klicks eigene Aufnahmen oder die Fotos von Websites veröffentlichten und in Listen kategorisieren.

Das kommt gut an: Laut dem Statistikdienst Google Ad Planner hatte das Pinterest-Angebot im Februar 31 Millionen Besucher aus der ganzen Welt, seit Anfang des Jahres hat sich der Besucherstrom mehr als verdoppelt. Bei Amazon Statistikdienst Alexa steht Pinterest im vergangenen Monat sogar auf Platz 16 der meistbesuchten Web-Angebote in den Vereinigten Staaten und weltweit auf Platz 62.

Von all diesen Nutzern hat wohl kaum einer die gut 28.000 Zeichen Text umfassenden Nutzungsbedingungen gelesen - mit Ausnahme von Kirsten Kowalski, einer Fotografin aus Atlanta, die Jura studiert hat und nach Lektüre der Pinterest-Nutzungsbedingungen begann, ihre Veröffentlichungen dort zu löschen. Diesem Dokument zufolge räumt man dem Pinterest-Betreiber Cold Brew Labs durch das bloße "Zugänglichmachen von Inhalten" über die Seite "unwiderruflich" eine Reihe von nicht-exklusiven Rechten an den hochgeladenen Inhalten ein - kostenlos. Unter anderem die Rechte, die Inhalte "zu verändern, zu vertreiben, zu lizenzieren, zu verkaufen, zu übertragen" und auf andere Art "zu verwerten", allerdings nur auf oder mit Hilfe von der Website, der Anwendung oder der Dienste.

Immerhin erlaubt der Pinterest-Betreiber den Mitgliedern noch, ihre Inhalte selbst anderweitig zu verwerten. In den Nutzungsbedingungen steht, man wolle nicht die Rechte der Urheber einschränken.

Nur verkaufen und vertreiben würde man ohne Gegenleistung gern.

Auf Anfrage teilt Pinterest mit, man überarbeite die Nutzerbedingungen derzeit: "Es war nie unsere Absicht, Geld mit dem Verkauf von Nutzerinhalten zu verdienen." Warum man sich dann dieses Recht dennoch in den vor einem Jahr formulierten Nutzungsbedingungen einräumt, beantwortet Pinterest nicht. Das Unternehmen verspricht Besserung: "Wir überarbeiten gerade entsprechend unserer Absichten die Sprache der Bedingungen." Man vergleiche die Pinterest-Nutzungsbedingungen derzeit mit den "Standards auf anderen Seiten mit nutzergenerierten Inhalten", um sie auf ein vorbildliches Niveau zu bringen.

Wie auch immer die Bedingungen dann aussehen werden, eines ist sicher: eine Minderheit wird lesen, welche Rechte sie da qua Nutzung abtritt.

Quelle

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